Kykkos liegt auf 1.318 Metern Höhe auf einem Höhenrücken des westlichen Troodos und ist über 40 Minuten lange Serpentinen durch einen Kiefernwald von Pedoulas erreichbar. Der erste Eindruck sind weiße Mauern und rot geziegelte Dächer vor dem Grün der Kiefern; der erste Geruch, im Inneren, ist Bienenwachs und altes Weihrauch. Es ist, ohne Zweifel, das reichste und bekannteste Kloster in Zypern.
Die Gründungsgeschichte ist spezifisch. Im Jahr 1100 n. Chr. heilte der Eremit Esaias die Tochter des byzantinischen Gouverneurs Manuel Boutomites; aus Dankbarkeit schickte Kaiser Alexios I. Komnenos aus Konstantinopel ein Icon der Jungfrau Maria und des Kindes, das angeblich von Saint Luke selbst gemalt wurde. Die Panagia Eleousa tou Kykkou ist in der Ikonostase aufbewahrt, aber in einer Silber- und Schildpattscheide bedeckt und nicht direkt sichtbar. Das Kloster überstand vier große Brände (der letzte im Jahr 1813), und die heutige Kirche und die Kreuzgänge stammen aus dem 19. und 20. Jahrhundert und sind mit durchgehenden Goldmosaik-Erzählungen von den Wundern des Icons verziert.
Das vor Ort befindliche Museum (separater kleiner Eintritt) ist ausgezeichnet: Byzantinische Manuskripte, bestickte Gewänder, goldene Reliquien und ein Flügel, der dem Erzbischof Makarios III gewidmet ist, der hier als Novize diente. Makarios ist auf dem Throni-Hügel beerdigt, eine 3 km lange Fahrt weiter, wo ein kreuzbekrönter Felsvorsprung einen der großartigen Ausblicke auf den westlichen Troodos bietet.
Insider-Tipps. Kleiderordnung wird streng durchgesetzt – bedeckte Schultern und Knie für alle; lange Umhänge werden am Eingang ausgeliehen, falls man sie vergessen hat. Fotografieren ist im Katholikon nicht gestattet. Besuchen Sie an einem Wochentagmorgen, bevor die Reisebusgruppen gegen 11:00 Uhr eintreffen. Kaufen Sie eine kleine Kerze und zünden Sie sie am Icon-Stand an – das machen die Einheimischen.
Kombinationen. Kombinieren Sie mit Throni-of-Panagia, dem Zedern-Tal und dem Dorf Pedoulas mit seiner von der UNESCO gelisteten Church of the Archangel Michael. Ein ganzer Troodos-Tag.
Mitbringen. Schichtkleidung – selbst im Juli ist der morgendliche Höhenrücken 8-10°C kühler als die Küste – festes Schuhwerk, Kleingeld für Kerzen und das Museum. Wann. Mai für Wildblumen; September für klare, weite Ausblicke; Januar-März für Schnee auf den umliegenden Gipfeln. Was man von Kykkos mitnimmt, ist das Ungleichgewicht: ein winziges, bedecktes Icon im Zentrum einer riesigen, prunkvollen, aufrichtig verehrten Bühne.