Sie betreten den Ort in Erwartung von Marmorkrönungen und finden etwas viel Älteres und Fremdartigeres: ein niedriges, vom Wind gepeinigtes Plateau aus hellem Kalkstein, durchzogen von rechteckigen Schächten, die in von Säulen flankierte Räume führen, die aus dem Fels gehauen wurden. Die Königsgräber gehören zum UNESCO-Weltkulturerbe von Paphos. Hier wurden nie Könige beerdigt – der Titel rührt von der Pracht der Architektur her. Hochrangige ptolemäische Beamte und paphianische Aristokraten vom 4. Jahrhundert v. Chr. bis zum 3. Jahrhundert n. Chr. liegen in diesen Kammern.
Was den Ort von einer normalen Nekropole unterscheidet, ist die Architektur. Mehrere Gräber ahmen hellenistische Peristylhäuser nach, mit einem versunkenen, offenen Hof, der von geschnitzten dorischen Säulen umgeben ist, die ein Dach tragen – vollständige unterirdische Repliken der Wohnhäuser der Lebenden, ein Muster, das von der alexandrinischen Bestattungspraxis übernommen wurde. Grab 3, das größte, hat eine nahezu vollständige Säulenreihe. Sie steigen über Steintreppen in den Atrium hinab und blicken auf den Himmel, der von Säulen gerahmt wird, die aus demselben Gestein gehauen sind wie der Boden.
Der Ort erstreckt sich über etwa 1,2 km einer niedrigen Küstenlandzunge nördlich des Hafens von Paphos, und man durchläuft ihn auf einer markierten Schleife – acht nummerierte Gräber plus mehrere unnummerierte Schächte. Planen Sie 60-90 Minuten ein. Es gibt fast keinen Schatten und wenig Beschilderung; holen Sie sich die Broschüre am Eingangskiosk.
Insider-Tipps. Gehen Sie gleich morgens (08:00 Uhr Öffnungszeit von April bis Oktober) oder in der letzten Stunde vor Schließung. Bringen Sie eine kleine Taschenlampe mit – die tieferen Kammern in Gräbern 3 und 4 sind unbeleuchtet, und die geschnitzten Details an den Wänden treten erst hervor, wenn man sie beleuchtet. Festes Schuhwerk ist ratsam; der Kalkstein ist scharf.
Kombinationen. Der Ort liegt an der Tombs of the Kings Avenue, fünf Autominuten vom Archäologischen Park Paphos (Mosaike) und zehn Minuten vom Hafen entfernt. Diese drei zusammen ergeben einen vollständigen UNESCO-Halbtagesausflug. Mittagessen in den Fischtavernen am Hafen.
Mitbringen. Hut, Wasser (1L+), Taschenlampe, festes Schuhwerk. Der Eintritt kostet etwa 2,50 EUR. Wann. Nebensaison-Nachmittage oder April-Morgenstunden, wenn der wilde Fenchel und die gelben Margeriten zwischen den Gräbern wachsen und der Wind vom Meer weht. Es belohnt einen ruhigen Besucher, der bereit ist, in einem aus Stein gehauenen Raum zu stehen, der 2.200 Jahre alt ist, und zuzuhören.